Sommer 2011

Essen im Urlaub

Im Urlaub möchten viele nicht nur Land und Leute kennenlernen, sondern auch die einheimische Küche. Exotische Gerichte, die es zu Hause nicht gibt, locken oft an jeder Straßenecke – und auch kühle, exotische Getränke gehören für viele zu einem gelungenen Urlaub. Doch hier lauern viele gesundheitliche Gefahren. Der Umgang mit Essen und Getränken entspricht in vielen Ländern nicht dem Hygienestandard, den Sie von zu Hause gewohnt sind. Das kann auch Sterne-Hotels betreffen.

Informieren Sie sich vor Ihrer Reise über die gängigen Nahrungsmittel in Ihrem Urlaubsland und deren Zubereitung. Dies gilt insbesondere für Personen, die eine spezielle Diät einhalten müssen.


Hier ein paar Tipps, wie Sie die häufigste Reiseerkrankung, den Durchfall, vermeiden können:
  • "cook it, boil it, peel it or leave it": Als wichtigste Vorbeugemaßnahme sollten Sie alle ungekochten und ungeschälten Nahrungsmittel meiden. Generell gilt der Rat: nichts essen, was man nicht kochen oder schälen kann.
  • Nur frisch zubereitete Gerichte: Achten Sie bei gekochten Gerichten darauf, dass sie frisch zubereitet sind. Warmgehaltene Speisen stellen eines der größten Risiken für Lebensmittelinfektionen dar.
  • Nur Schalenfrüchte: Bei Obst sind sogenannte Schalenfrüchte wie Bananen, Kokosnüsse oder Ananas empfehlenswert. Allerdings sollten auch diese Produkte frisch sein. Vorsicht bei Wassermelonen: sie werden häufig durch Einspritzen von Wasser schwerer gemacht – und bei Leitungswasser besteht oft Infektionsgefahr.
  • Keine rohen Lebensmittel: Meiden Sie rohe Lebensmittel. Besonders rohes Fleisch (zum Beispiel in Form von Tartar) oder Fisch kann bakteriell infiziert sein. Frische Milch sollten Sie vor dem Verzehr abkochen.
  • Kein offenes Wasser: Trinken Sie nur Wasser aus industriell hergestellten und verschlossenen Flaschen oder abgekochtes Leitungswasser. Das gilt auch für das Zähneputzen. Normales Leitungswasser birgt in vielen Ländern Infektionsgefahr. Heißer Kaffee oder Tee ist in der Regel risikofrei.
  • Eiswürfel? Nein Danke!: Hitze verführt oft zum Wunsch nach kalten Getränken. Lassen Sie sich aber nur im Kühlschrank gekühlte Getränke servieren. Auf keinen Fall sollten Eiswürfel im Glas sein, denn diese sind meistens aus nicht abgekochtem Leitungswasser.
  • Speiseeis? Besser nicht: Weil Speiseeis häufig nicht ausreichend gekühlt wird, kann es jede Menge Keime enthalten. Deshalb sollten Sie im Urlaub besser auf Speiseeis verzichten, auch wenn es schwer fällt. Generell sollten Sie von offenen Nachspeisen besser Abstand nehmen.

Winter 2010

Durchfall und Erbrechen 

Durch die Darminfektion ist die Schleimhaut in ihrer Verdauungsleistung geschwächt.

Sie kann daher jetzt keine normale Nahrung und Flüssigkeit in normalen Portionen aufnehmen; weiteres Erbrechen und noch mehr Durchfall wären die Folge.

Dazu kommt, dass die Darmschleimhaut statt wie sonst Wasser und Salze aufzunehmen, Flüssigkeit in den Darm absondert.

 

Um diese Verluste wieder auszugleichen, muß man Flüssigkeit und Salze wieder zuführen, in kleinen für den geschädigten Darm verträglichen Portionen.  Mögliche Vorgehensweisen sind im weiteren geschildert:

 

Kleinkinder:

Eine mögliche Teemischung wäre:

1 Liter Tee (Kamille, Fenchel, Pfefferminz), vermischt mit wenig Orangensaft,

einer Prise Salz (soviel, dass es nicht zu salzig schmeckt),

2-5 Teelöffel Zucker/Traubenzucker (Zucker muss dabei sein, damit die Schleimhautzellen Flüssigkeit und Salze aufnehmen können).

 

Diese Teemischung sollte – auch und gerade wenn das Kind anfangs noch erbricht – nur schluckweise beigebracht werden. Alternativ sind natürlich auch käufliche Präparate mit Glukose-Elektrolyt-Mischungen (GES, Elotrans Oralpädon etc) möglich.

 

Nach Aufhören des Erbrechens wird dazu leicht verdaubare Nahrung (z.B. geriebener Apfel, zerdrückte Banane, Zwieback, trockenes Weißbrot) gegeben.

 

Nichtgestillte Säuglinge:

Sie erhalten Tee, dann Flaschennahrung in halber Konzentration und in häufigen kleinen Portionen.

Die so genannte Heilnahrung ist meist entbehrlich.

 

Gestillte Säuglinge:

Es kann in kleinen Portionen und kürzeren Abständen weitergestillt werden. Außerdem sollte ggf. zusätzlich Tee gegeben werden.

 

Anweisungen zur Verlaufsbeobachtung und bei Komplikationen

  •  Je jünger das Kind, umso eher sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

  •  Das Erbrechen sollte nach einem Tag aufhören, der Durchfall nach 3-5 Tagen

  •  Falls das Erbrechen nach einem Tag nicht nachlässt, das Kind schläfrig und sehr matt wirkt, der Stuhl sich  auffällig verschlechtert – immer dünner wird und evtl. Blut oder Schleim dabei ist, stellen Sie bitte Ihr Kind in unserer Praxis vor.

  •  Auch wenn – bei ansonsten wenig gestörtem Befinden Ihres Kindes – sich nach 7 Tagen noch Durchfall zeigt, kommen Sie bitte mit Ihrem Kind in unsere Praxis, bringen Sie evtl eine Stuhlprobe mit.

 

Nahrungsaufbau nach akuter Gastroenteritis bei Kleinkindern und Schulkindern

  • Die Kinder sollten viel trinken, am besten Tee oder Wasser, aber auch so genannte Rehydratationslösungen, die Traubenzucker und Salze in richtiger Menge enthalten.

  •  Wichtig ist am Anfang eine Nahrungskarenz, es kommt auf das Trinken an, nicht das Essen.

  • Die Kinder erhalten an den ersten zwei Tagen nur leichte Kost wie Laugenbrötchen oder –brezel, dazu Zwieback oder trockenes Weißbrot.

  • Bitte geben Sie eher keine Milchprodukte, keine Süßigkeiten, keine Saucen oder fettes Fleisch.

  • Auf Hausmittel wie Zartbitterschokolade oder Cola sollte man verzichten – Cola darf allenfalls nur ohne Kohlensäure schluckweise gegeben werden.

  • Nach der Karenz und einer Besserung der Beschwerden kann die Kost wieder aufgebaut werden, bewährt haben sich:

  • Karottensuppe, Karottenbrei

  • Reisschleim

  • Kartoffelbrei ohne Fettzugabe (ohne Milch)

  • Geriebener Apfel

  • Zerdrückte Banane

  • Zwieback, Toast

  • Knäckebrot ohne Belag

  • Salzstangen

  • Magere Fleischbrühe mit Nudeln, Reis oder Grieß

Je nach Verträglichkeit wird die normale Ernährung nach der Diätphase stufenweise wieder aufgebaut.

Dieses Vorgehen führt nicht zu einer kürzeren Dauer der Erkrankung, jedoch hilft es drastisch die Symptome zu lindern.

Dabei darauf achten, dass man den geschwächten Darm nicht frühzeitig wieder mit Fett, schwerer Kost oder Süßigkeiten (auch Säfte oder Limonaden) belastet.

In manchen Fällen kann auch eine Aufbaukur mit so genannten Stammhalterbakterien als Medikament (z.B. Lacteol, Perenterol) notwendig sein.

Sonstige Medikamente, die künstlich das Erbrechen oder den Durchfall unterbrechen, sollten vermieden werden, sie verschleppen oft nur das Krankheitsbild. Eingesetzt werden sie nur auf Anordnung des Arztes.

Eine gute Hilfe kann jedoch Racecadotril (Tiorfan®) sein, da dieses Medikament die Sekretion der Flüssigkeit in den Darm hemmt. Leider muss dieses Medikament derzeit auf Privatrezept verordnet werden, was aber kein Problem darstellt, da die meisten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes auch ohne Medikamente vorübergehen.

Homöopathie und ein Magen-Darm-Infekt

Arsenicum album: wichtigstes Mittel bei Durchfall und Erbrechen durch verdorbene Speisen (Lebensmittelvergiftung), durch eiskalte Getränke, Eiscreme oder verdorbenes bzw. unreifes Obst; Kind hat brennende Bauchschmerzen, ist blass, fühlt sich sehr erschöpft, friert, ist unruhig und ängstlich; möchte schluckweise Wasser trinken, das jedoch oft erneut Erbrechen auslöst; Wärme (Wärmflasche,warmes Getränk) bessert.

Calcium carbonicum: Übelkeit und Erbrechen bei hellhäutigen, leicht frierenden Kindern mit rundlichem Kopf, die zu Kopfschweiß neigen; wässriger, saurer Durchfall mit unverdauten Resten; Schweiß, Stuhlgang und Erbrochenes riechen säuerlich; Erbrechen meist kurz nach dem Stillen bzw. nach dem Essen; Fett und Milch werden nicht vertragen.

Chamomilla: sehr wässriger, grünlicher, stinkender Durchfall beim Zahnen, gleichzeitig wunder Po; Kind ist unzufrieden und quengelig.

Colocynthis: Kind krümmt sich, um die stechenden, kolikartigen Schmerzen zu lindern; Wärme und Druck auf den Bauch bessern (Kind presst sich z. B. ein Kissen auf den Bauch und/oder rollt sich auf dem Boden); Durchfall nach geringster Aufnahme von Nahrung oder Getränk; Kind ist reizbar und ungeduldig.

Dulcamara: wässriger, grüner, schleimiger (auch blutiger) Durchfall, besonders durch kaltes, feuchtes Wetter im Sommer und Herbst; Erbrechen von zähem weißem Schleim; schneidender Schmerz um den Nabel;Widerwille gegen Nahrung, großer Durst auf kalte Getränke.

Ignatia: Erbrechen, krampfartige Bauchschmerzen, auch starke Blähungen und eventuell schmerzloser, drängender Durchfall durch Ärger oder Aufregung bei empfindsamem Kind; oft „Kloß im Hals“; Besserung durch Essen und Trinken; Kind neigt zu widersprüchlichem Verhalten (Schonkost verschlechtert z. B. die Beschwerden, während schwer verdauliche Speisen Besserung bringen können).

Ipecacuanha: ständige, anhaltende Übelkeit (auch nach dem Erbrechen), Kind behält keine Nahrung bei sich, schon Essensgeruch löst Brechreiz aus; Erbrechen beim Husten; Zunge trotz Erbrechen nicht belegt; oft starker Speichelfluss; Bauchschmerzen um den Nabel herum.

Podophyllum: wässriger, gelbgrüner Durchfall, der schmerzlos herausspritzt; oft früh morgens oder gleich nach dem Essen; Stuhlgang stinkt und macht wund, enthält meist unverdaute Bestandteile; Besserung durch Wärmflasche, möchte auf dem Bauch liegen; bewährt bei Sommerdurchfällen oder während der Zahnung.

Pulsatilla: verdorbener Magen oder wässriger, grüner Durchfall nach zu viel fetten, schweren Speisen (z. B. Pommes), Kuchen oder Eis; Kind ist weinerlich und sehr anhänglich, hat keinen Durst; Mund „klebrig“, Zunge gelblich belegt; Beschwerden abends am schlimmsten; Kind ist blass und friert, verträgt aber keine Wärme.

Veratrum album: Übelkeit mit heftigem Würgen und Erbrechen; Kältegefühl im Bauch, auch krampfartige Bauchschmerzen möglich; reichliche und schwallartig entleerte Durchfälle; gieriger Appetit, Durst auf kaltes Wasser, das aber sofort wieder erbrochen wird; Erschöpfung (bis zum Kollaps) mit kaltem Schweiß auf der Stirn.

Diese Mittel stellen nur eine "kleine" Aufzählung der Möglichkeiten dar, ihre Kinder auch homöopathisch zu behandeln. Für eine genaue Behandlungsstrategie beraten wir sie in unserer Praxis gern.